Telefon: 040 422 36 112

Den „blauen Montag“ gibt es nicht – Wissenswertes über Fehlzeiten

6. Okt 2017 | Betriebsarzt erklärt

Wenn Mitarbeiter häufig oder lange fehlen, dann hat das meist ernste Gründe – und auch ernste Folgen für das Unternehmen. Die Wissenschaftler Uwe Brandenburg und Peter Nieder haben in ihrem Buch „Betriebliches Fehlzeiten-Management“ dieses Phänomen sehr ausführlich untersucht. Dabei haben sie einige „Gesetzmäßigkeiten“ zutage gefördert:

  1. Jüngere Mitarbeiter fehlen häufiger als ältere.
  2. Die durchschnittliche Dauer eines Arbeitsunfähigkeitsfalles nimmt mit höherem Lebensalter zu.
  3. Mitarbeiter mit geringer Betriebszugehörigkeit fehlen häufiger als Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit.
  4. Mit steigender Betriebsgröße nehmen die Fehlzeiten zu.
  5. Teilzeitkräfte haben einen geringeren Krankenstand als Vollzeitkräfte.
  6. Frauen haben einen höheren Krankenstand als Männer, wenn nach Branchen, Tätigkeiten und beruflicher Stellung differenziert wird.
  7. Zu Beginn des Erwerbslebens dominieren die kurzfristigen, relativ harmlosen Erkrankungen. Später überwiegen die schwerwiegenden Erkrankungen (vor allem Verschleißerkrankungen).
  8. Lohnempfänger weisen höhere Fehlzeiten auf als Angestellte.
  9. Der Krankenstand sinkt mit steigender Qualifikation der Mitarbeiter.
  10. Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit nur geringe Verantwortung tragen, fehlen mehr als solche mit größerer Eigenverantwortung.
  11. Zwischen Arbeitszufriedenheit und Fehlzeiten besteht eine negative korrelative Beziehung. Die Korrelation ist allerdings recht niedrig und nicht in allen Untersuchungen nachzuweisen.
  12. In wirtschaftlichen Krisenzeiten verringert sich der Krankenstand.
  13. Zwischen den Wirtschaftsgruppen, Berufen, Unternehmensgrößen sowie zwischen Stadt und Land existieren deutliche Unterschiede beim Krankenstand.
  14. Der Krankenstand wird von einem relativ kleinen Teil der Mitarbeiter verursacht. Gut 50 Prozent der Arbeitnehmer werden in einem gesamten Jahr nicht krankgeschrieben. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Mitarbeiter treten 70 bis 80 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf.
  15. Die Langzeiterkrankten (mehr als 42 Tage) machen im Durchschnitt unter fünf Prozent der Arbeitsunfähigkeits-Fälle aus, verursachen aber 35 bis 39 Prozent der Arbeitsunfähigkeits-Tage.
  16. Kurzzeiterkrankungen (ein bis drei Tage) machen 30 bis 40 Prozent der Arbeitsunfähigkeits-Fälle aus, sind aber lediglich für sechs bis zehn Prozent der Krankentage verantwortlich.
  17. Den sogenannten „blauen Montag“ gibt es nicht, wohl aber eine Ungleichverteilung über die Wochentage.
  18. Im Krankheitsgeschehen dominieren Krankheiten der Atmungsorgane (Erkältungen, grippale Infekte), Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates sowie Krankheiten des Magen-Darm-Traktes (Brandenburg & Nieder, 2009, S. 25 f.).

Die Erfahrung zeigt, dass bei den Fehlzeiten zwischen medizinisch notwendigen und motivationsbedingten unterschieden werden muss. Liegt keine echte medizinische Indikation vor, spricht man auch von „Absentismus“. Diese Unterscheidung ist zwar schwierig, aber entscheidend für die Frage, wie das Unternehmen den Krankenstand verringern kann.
Denn Fehlzeiten mit medizinischer Notwendigkeit können langfristig beeinflusst werden durch eine systematische betriebliche Gesundheitsförderung. Hierzu gehören zum Beispiel Rückentrainings, andere Bewegungsangebote und Ernährungsberatungen. Motivationsbedingte Abwesenheit kann zum Beispiel beeinflusst werden durch entsprechende Rückkehr- und Fehlzeitengespräche.
Möchten Sie die Fehlzeiten in Ihrem Unternehmen analysieren oder verringern? Die WENZA EWIV hilft Ihnen dabei. Sprechen Sie uns an!

Bedarfsrechner "Einsatzzeiten"

So gewinnen Sie einen ersten Überblick darüber, wie lange der Betriebsarzt in Ihrem Unternehmen tätig sein muss.

Alle relevanten Gesetze
im Überblick

Informieren Sie sich hier, welche Gesetze im Bereich der betrieblichen Prävention für Sie wichtig sind. 

Aktuelle Nachrichten zu Vorschriften, Verordnungen, Regeln

 Informieren Sie sich hier über die aktuelle Berichterstattung zu Vorschriften, Verordnungen und Regeln, die sie im Bereich der betrieblichen Prävention beachten müssen.

WENZA TÜV-Süd Zertifikat ISO 9001 Unser Unternehmen ist zertifiziertnach ISO 9001. Mehr dazu unter Zertifizierung.

Teilen