Besonders in kleineren Arztpraxen ist es manchmal schwierig, den Empfangs-, Warte-, und Behandlungsbereich räumlich so voneinander zu trennen, dass die notwendige Diskretion jederzeit gewahrt ist. Und selbst dort, wo eigentlich ausreichend Platz ist, beweisen Praxis-Interieur-Designer nicht immer viel Sensibilität für die Bedürfnisse der Patienten.

Hoher Bedarf an Datenschutz

Dass Patienten die Verletzung ihrer Privatsphäre überhaupt nicht locker sehen, beweist jedoch eine bereits 2002 durchgeführte Befragung des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein. Danach gaben schon vor mehr als zehn Jahren 95 Prozent der Patienten an, dass Diskretion, Wahrung des Patientengeheimnisses und Datenschutz sehr wichtig für sie sind. 89 Prozent vertraten sogar den Standpunkt, sich von einem Arzt, der diese Selbstverständlichkeiten übersieht, nicht behandeln lassen zu wollen.

Angesichts von bis heute immer wieder durch die Medien gemeldete Datenschutz-Skandale in allen Bereichen des täglichen Lebens, ist diese Sensibilität nach wie vor ein Kernthema, – einmal abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften.

Herzlich willkommen aber diskret bleiben

Datenschützer empfehlen bei der Praxiseinrichtung besondere Aufmerksamkeit in den Bereichen Empfang, Wartezimmer und Behandlungszimmer. Wenn keine Diskretionszone eingerichtet ist, sollten organisatorische Maßnahmen sicherstellen, dass Patienten ihre Anliegen ohne neugierige Mithörer schildern können. Auch Fragen nach persönlichen Daten dürfen Andere nicht mitgehören können. Bei Telefonaten ist wichtig, dass unbefugten Dritten keine persönlichen Daten zu Ohren kommen. Faxgeräte, Monitore, Patientenakten und Karteikarten müssen grundsätzlich vor fremden Blicken geschützt sein.

Mithörer oder -leser vermeiden

Der Patient kann den Anamnesebogen ausfüllen, aber er muss nicht. Gespräche zwischen Patienten und Therapeut gehören hinter verschlossene Türen. Therapien und Verordnungen sind nur für den Patienten wichtig und gegebenenfalls für den Praxismitarbeiter, der die Rezeptausstellung vorbereitet, nicht jedoch für unbefugte Dritte.

Foto: Thinkstock
Weitere Beiträge