Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss jede Arbeitgeberin und jeder Arbeitgeber arbeitsbedingte Gefährdungen seiner Mitarbeitenden ermitteln und dokumentieren. Aus diesen betriebsspezifischen Gefährdungen ergeben sich wiederum Schutzmaßnahmen, die Unternehmen für seine Mitarbeitenden festlegen muss. Auch Impfungen können zu diesen persönlichen Schutzmaßnahmen gehören.

Impfung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durch Schweißen und Trennen von Metallen

Einige Arbeitnehmende sind in ihrem Beruf größeren gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt als andere. Zum Beispiel sind Beschäftigte in der Metallverarbeitung gesundheitsgefährdenden Gefahrstoffen, den sogenannten Schweißrauchen ausgesetzt. Diese entstehen durch das Schweißen und die Trennung von Metallen und können – je nach Zusammensetzung und Dauer der Einwirkung – für die Atemwege eine Belastung darstellen. Es ist bekannt, dass Schweißrauche zu Entzündungen führen und sich hemmend auf das Immunsystem auswirken können. Diese Komponenten machen es den Pneumokokken, einer Bakterienart, die für einen Großteil der bakteriellen Lungenentzündungen beim Menschen verantwortlich gemacht wird, leicht, schwere Entzündungen auszulösen. Die meisten Erwachsenen tragen diese Bakterien in den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraumes, ohne irgendwelche Symptome zu zeigen oder krank zu sein. Allerdings können Personen mit lokaler oder allgemeiner Schwäche der Immunabwehr an zum Teil schweren Infektionen der oberen oder unteren Atemwege erkranken. Gefürchtete Komplikationen – insbesondere bei der durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung (Pneumokokkenpneumonie) – sind die Ausbreitung dieser Bakterien im ganzen Körper. Hierdurch kann beispielsweise eine Hirnhaut- oder eine Herzmuskelentzündung auftreten, die lebensbedrohlich verlaufen kann.

Deshalb sieht die am 12.07.2019 neu veröffentliche Arbeitsmedizinische Regel 6.7 „Pneumokokken-Impfung als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durch Schweißen und Trennen von Metallen“ vor, dass Arbeitnehmende mit einem erhöhten Risiko an einer Pneumokokkeninfektion zu erkranken, im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge „Schweißrauche“ eine Impfung gegen Pneumokokken erhalten können. „Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber steht hier in der Verpflichtung die Gefährdung seiner Mitarbeitenden, je nach durchgeführtem schweißtechnischem Verfahren und vorhandenen technischen und persönlichen Schutzmaßnahmen, zu bewerten“, weiß Elke Schwirz, Geschäftsführerin der WENZA EWIV. Als Dienstleister für betriebliche Prävention ist die WENZA EWIV stets auf dem aktuellen Stand des Wissens und hilft den Kundinnen und Kunden, den Überblick über neue Vorschriften und Empfehlungen zu behalten. „So können sie sich voll und ganz ihrer Aufgabe als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber ihrer Branche widmen.“

Bei Fragen rund um die Arbeitsmedizin oder speziell zum Thema „Impfungen“ beraten wir Sie gerne. Sprechen Sie uns gerne an.

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