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Krank zur Arbeit: Das nützt niemandem

20. Okt 2017 | Betriebsarzt erklärt

Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten-Krankenkasse gehen zwei Drittel aller Arbeitnehmer auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind. Dieses Phänomen wird in der Forschung Präsentismus genannt. Aber: Wer sich krank zur Arbeit schleppt, ist keineswegs ein Held – auch wenn der Ausfall von Arbeitnehmern jedes Jahr Milliarden kostet. „Erscheint jemand trotz Erkrankung bei der Arbeit, ist das wohl das wesentlich größere Problem“, betont Professor Oliver Schöffski von der Universität Erlangen-Nürnberg im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Doppelte Belastung für die Betriebe

Dem Experten zufolge belasten angeschlagene Arbeitnehmer ihren Betrieb gleich doppelt: Zum einen wird die Arbeit zur Virenfalle, die Kollegen können sich anstecken. Zum anderen ist bei Krankheit oft die Arbeitsleistung beeinträchtigt. „Man ist dann einfach nicht mehr voll leistungsfähig, schafft nur Teile seines Pensums, und es passieren Fehler, die auch andere Kollegen gefährden können“, sagt Schöffski.
Hinzu kommt: Aus nicht richtig auskurierten Krankheiten können im Nachgang längere Fehlzeiten entstehen. Die wirtschaftlichen Folgen von Präsentismus sind allerdings nur schwer messbar. Deshalb werden sie von den Arbeitgebern häufig unterschätzt.

Eine Konsequenz der modernen Arbeitswelt

Verantwortlich für den Präsentismus sind laut der Neuen Westfälischen meist nicht die Mitarbeiter. Denn sie folgen nur den Gesetzen der modernen Arbeitswelt: „In einer Zeit, in der laut Gewerkschaft jeder zweite Berufseinsteiger befristet angestellt wird, wirkt die Zukunftsangst im Kopf oft stärker als der Schmerz in Hals und Gliedern. Befristungen waren einmal als Instrument zur Belebung des Arbeitsmarktes gedacht. Unternehmen haben es missbraucht. Dabei schneiden sich die Chefs ins eigene Fleisch. Unternehmen, die auch künftig innovativ sein wollen, werden immer gesunde Mitarbeiter brauchen. Die Digitalisierung sollte darum stärker genutzt werden, um alternative Beschäftigungsmodelle wie das Homeoffice zu fördern. Aber bitte nicht zum Preis der ständigen Erreichbarkeit – denn auch das kann krank machen.“
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