Am Arbeitsplatz etwas für die eigene Gesundheit zu tun, könnte so einfach sein. Vorausgesetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hielten sich im Alltag an das, was sie theoretisch wissen. „Genau daran scheitert es aber häufig. In der Kantine wird die Currywurst dem Salat vorgezogen. Statt ein paar Schritte die Treppe zu nehmen, wird der bequemere Weg mit dem Lift gewählt. Denn die gesunde Entscheidung kostet etwas Überwindung“, wissen Diana Eichhorn und Ida Ott, die Autorinnen des iga.Reports 38. iga – das steht für „Initiative Gesundheit und Arbeit“, eine Kooperation der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung.

Der iga.Report 38 widmet sich dem Einsatz des sogenannten „Nudgings“ in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Nudging heißt so viel wie „Anstupsen“ und ist ein Weg, gesundheitsbewusstes Verhalten im Unternehmen zu fördern. Der aktuelle Report zeigt auf, wie Unternehmen ihre Belegschaft bei Entscheidungen im Sinne der eigenen Gesundheit unterstützen können.

„Viele Firmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon heute zahlreiche Angebote im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung an. Diese erfreuen sich auch großer Beliebtheit, allerdings verändern sie nicht automatisch das alltägliche Entscheidungsverhalten der Teilnehmenden“, erklären die Autorinnen. Hier setzt Nudging an. Das Ziel sei es, den Menschen an ihrem Arbeitsplatz die gesunden Alternativen aufzuzeigen und diese attraktiv und einfach zu machen. Wichtig ist, dass der Moment der Entscheidung selbst verändert wird. Der iga.Report 38 veranschaulicht dies anhand verschiedener Praxisbeispiele.

Die Situation der Entscheidung verändern

„Statt sich wie üblich für ein Gesundheitsangebot anmelden zu müssen, könnten Unternehmen beispielsweise die Teilnahme einer gesamten Abteilung voraussetzen, indem für alle Beschäftigten Termine vergeben werden. Jeder, der nicht teilnehmen möchte, müsste sich demnach erst einmal aktiv mit dem Gedanken auseinandersetzen und sich dann auch bewusst dagegen aussprechen“, nennen die Verfasserinnen einen von vielen Ansätzen des Nudgings. Wichtig dabei sei, dass nur die Bedingungen verändert werden, unter denen die Entscheidung fällt. Die eigentliche Entscheidung bleibt den Beschäftigten weiterhin selbst überlassen.

Zum iga.Report zum Thema „Nudging“ inklusive Handlungsleitfaden und Checklisten

Über die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga)

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen. Ziel der Initiative ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. iga ist eine Kooperation von BKK Dachverband e. V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek). www.iga-info.de

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