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„Nur noch kurz die Mails checken …“ Auch digitaler Stress macht krank

30. Jun 2017 | Arbeitssicherheit, Betriebsarzt erklärt

Rund 68 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland checken auch nach Feierabend berufliche E-Mails oder führen Telefonate mit Geschäftspartnern. Das ergab eine Umfrage des „randstadkorrespondenten“. Aber: Auf Dauer kann dieses permanente Erreichbarsein enormen Stress verursachen. Bereits 59 Prozent der Befragten empfinden die Verschmelzung von Privat- und Berufsleben als Belastung.
Deshalb sollte die Einführung mobiler Arbeitsformen auch den Arbeitsschutz in den Blick nehmen. Unternehmen müssen sich fragen: Bedeuten die digitalen Möglichkeiten eine psychische Gefährdung für die Mitarbeiter? Wie können wir unsere Mitarbeiter vor digitalem Stress schützen?
Doch in der Praxis wird dieser Aspekt häufig ausgeblendet. Klaus Depner ist Manager Health & Human Safety bei Randstad Deutschland. Im Interview erklärt er, warum digitaler Stress so gefährlich ist:
Ortsunabhängiges und flexibles Arbeiten klingt erst einmal toll. Worin besteht das Risiko für die Gesundheit?
Depner: Wer rund um die Uhr auf seine Arbeit zugreifen kann, wird es schwer haben, ein Ende zu finden und Ruhezeiten einzuhalten. Dabei ist die Verschmelzung von Beruflichem und Privatem auf Dauer für beide Parteien ungesund – auf regelmäßige und ständige Überlastung folgen vermehrt krankheitsbedingte Ausfälle, die aufgefangen werden müssen.
Was sind die Folgen für den Arbeitnehmer? 
Depner: Wenn hohe Anforderungen zu Überforderung führen, können psychische Ermüdung, ermüdungsähliche Zustände oder eine völlige Erschöpfung eintreten. Typische Symptome sind dann zum Beispiel innere Unruhe, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und das Gefühl, mit allem überfordert zu sein.
Was können Unternehmen tun, damit es nicht dazu kommt? 
Depner: Wichtig ist, dass Unternehmen betriebliche Regelungen für flexibles und mobiles Arbeiten aufsetzen, um ihre Mitarbeiter vor Stress, Überforderung oder psychischer Ermüdung zu schützen. Auch im Zuge der Digitalisierung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten vermieden wird.
Wie kann das in der Praxis aussehen? 
Depner: Der Hauptansatzpunkt ist es, dafür zu sorgen, dass insbesondere die Ruhe- und Pausenzeiten, eingehalten werden. Wer als Arbeitgeber verhindern möchte, dass die Mitarbeiter auch in der Freizeit E-Mails beantworten, kann zum Beispiel auf Systeme zurückgreifen, die eine Weiterleitung von E-Mails in Abwesenheitszeiten verhindern. Zudem sollten Unternehmen darauf achten, dass ihre Mitarbeiter auf die „Digitalisierungsreise“ mitgenommen werden. Ein solcher Changeprozess verlangt nach Verständlichkeit und Transparenz in der Kommunikation in Richtung der Mitarbeiter.
Die WENZA EWIV berät Unternehmen dabei, auch digitalen Stress richtig einzuschätzen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Sprechen Sie uns an!

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