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Unternehmen sind in der Pflicht, das betriebliche Eingliederungsmanagement anzubieten

21. Sep 2020 | Betriebsarzt erklärt

Wenn Arbeitnehmende schwer erkranken und länger als sechs Wochen innerhalb eines Jahres ausfallen, haben sie nach Genesung einen rechtlichen Anspruch auf ein betriebliches Eingliederungsmanagement, kurz BEM. Unerheblich ist dabei, wieso die Arbeitnehmenden ausgefallen sind und ob sich die Arbeitsunfähigkeit auf mehrere Zeiträume verteilte oder während eines durchgängigen Zeitraumes vorlag. Ziel des betrieblichen Eingliederungsmanagements ist es, den Wiedereinstieg in den Beruf für die Arbeitnehmenden zu erleichtern und weiteren Ausfällen vorzubeugen.

Die rechtliche Grundlage für das betriebliche Eingliederungsmanagement

Seit 2004 sind Arbeitgebende dazu verpflichtet, das BEM anzubieten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschriebt es wie folgt: „Das BEM dient dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und ist ein Instrument, um den Folgen des demographischen Wandels wirksam zu begegnen. Gleichzeitig sichert das BEM durch frühzeitige Intervention die individuellen Chancen den Arbeitsplatz zu behalten.“ Die rechtliche Grundlage für das betriebliche Eingliederungsmanagement findet sich in § 167 Absatz 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX).

Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements

Im Sozialgesetzbuch ist zwar festgelegt, dass Arbeitgebende Beschäftigten ein BEM anzubieten haben, wie genau die Maßnahmen aussehen, das gibt das Sozialbuch nicht vor und stellt Unternehmende zuweilen vor Herausforderungen. Externe Dienstleister wie die PROTEKTO helfen Unternehmen, angemessene individuelle Maßnahmen zu erarbeiten, die erneuter Arbeitsunfähigkeit vorbeugen und den Arbeitsplatz erhalten können. „Es gibt keine gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen, allerdings ist gesetzlich festgelegt, dass die zuständigen Interessenvertretungen wie Betriebs- oder Personalrat bei der Maßnahmenerarbeitung beteiligt werden müssen“, weiß Kent Schwirz von der WENZA.

Betriebliches Eingliederungsmanagement: Es lohnt sich!

Wer in die Gesundheit seiner Mitarbeitenden investiert, profitiert langfristig davon. Ausfälle können vermieten werden, die Motivation und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten steigen. „Für den Arbeitgeber rechnet es sich, weil es die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten fördert, Fehlzeiten verringert und damit Personalkosten senkt. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das BEM aber auch ein wichtiges Instrument, um das krankheitsbedingte Ausscheiden von Beschäftigten zu verhindern. Für die betroffenen Beschäftigten selbst ist BEM ein Angebot, das vor Arbeitslosigkeit oder Frühverrentung schützen kann. Beim BEM wird oftmals im Laufe des Verfahrens eine angemessene Beschäftigungsmöglichkeit entdeckt und Hilfen ausfindig gemacht, mit denen die Arbeitsunfähigkeit überwunden und damit die (Weiter-) Beschäftigung gesichert werden kann. Zum BEM gezwungen werden die Beschäftigten nicht. Die Teilnahme ist immer freiwillig“, heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Haben Sie Fragen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement? Sprechen Sie uns gerne an! Wir helfen Ihnen dabei, individuelle Maßnahmen für Ihren betrieb auszuarbeiten.

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