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Von der Gefährdungsbeurteilung zur richtigen Vorsorge

6. Apr 2017 | Betriebsarzt erklärt

Gefährdungsbeurteilungen bilden die Basis des betrieblichen Gesundheitsmanagements und sind für jeden Arbeitsplatz gesetzlich vorgeschrieben. Aus den Gefährdungsbeurteilungen leiten sich diejenigen Vorsorgeuntersuchungen ab, die der Arbeitgeber gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) seinen Mitarbeitern anbieten muss. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Pflichtvorsorgen, Angebotsvorsorgen und Wunschvorsorgen.

1. Pflichtvorsorgen

Bei bestimmten Gefährdungen am Arbeitsplatz sind Vorsorgen verpflichtend vorgeschrieben, die der Arbeitgeber zu veranlassen hat. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber prüfen, ob die in der ArbMedVV genannten Voraussetzungen auf die Tätigkeiten des Mitarbeiters zutreffen.

2. Angebotsvorsorgen

Angebotsvorsorgen müssen ebenfalls vom Arbeitgeber bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten angeboten werden. Anders als bei der Pflichtvorsorge ist die Durchführung einer Angebotsvorsorge aber weder Pflicht noch Voraussetzung für die weitere Ausübung der Tätigkeit.

3. Wunschvorsorgen

Abgesehen von Pflicht- und Angebotsvorsorgen hat jeder Beschäftigte das Recht, sich arbeitsmedizinisch beraten und gegebenenfalls untersuchen zu lassen.

Aussagekräftige Beschreibungen des Arbeitsplatzes

Um den Bedarf an Vorsorgeuntersuchungen einschätzen zu können, sind im ersten Schritt aussagekräftige Arbeitsplatzbeschreibungen notwendig. Hierin werden zum Beispiel die Arbeitszeiten und -aufgaben, die Arbeitsumgebung, Gefährdungen durch Maschinen, Werkzeuge und Gefahrstoffe sowie physische Belastungen – etwa durch Hitze oder Kälte – erfasst. Aber auch psychische Belastungen sind Bestandteil dieser Beschreibung.
Aus der Arbeitsplatzbeschreibung leitet der Betriebsarzt die nötigen Pflicht- und Angebotsvorsorgen ab. So ergeben sich aus dem Umgang mit bestimmten Gefahrstoffen wie Benzol oder Kohlenmonoxid spezifische Pflichtvorsorgen, die der Mitarbeiter erhalten muss, sofern der Arbeitsplatzgrenzwert für diesen Stoff nicht eingehalten werden kann. Auch wenn der Mitarbeiter regelmäßig starkem Lärm oder Vibrationen ausgesetzt ist, sind Pflichtvorsorgen vorgesehen. Für Bildschirmarbeitsplätze ist zum Beispiel eine augenärztliche Untersuchung als Angebotsvorsorge gesetzlich vorgeschrieben.
Eine Auflistung der Tätigkeiten, die Pflicht- oder Angebotsvorsorgen erfordern, findet sich im Anhang der ArbMedVV. Interessierten stellt die WENZA EWIV aber auch das Qualifizierungsmodul „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ kostenlos zur Verfügung oder berät sie individuell. Kontaktieren Sie uns bei Interesse gern!
Bild: Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Arbeitsmedizin Elke Schwirz, Geschäftsführerin der WENZA EWIV

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